Saisonrückblick 2016 - 2017

KOSELTALER VERTEIDIGEN SPITZENPLATZ IM KREIS

VfR Bad Lobenstein holt 4. Platz in der Landesklasse / Mai wieder bester Schütze


Nach zwischenzeitlichen Schwankungen drehten die Fußballer des VfR Bad Lobenstein zum Saisonende wieder mächtig auf, gewannen die letzten sieben Spiele mit teils grandiosen Toren, sicherten mit einer beispielhaften Teamleistung ihrem Top-Torschützen Sebastian Mai die Verteidigung der "Torjägerkanone" und konnten sich so noch am letzten Spieltag erneut als bestes Team des Saale-Orla-Kreises feiern lassen.

Hinrunde:

Dabei begann der erste Teil der Serie für die Koseltaler sehr durchwachsen. Der Auftaktniederlage (0:2) gegen den Aufstiegsfavoriten Stadtroda konnte man zumindest nach der Pause einiges Positive abgewinnen. Ein eingeplanter Sieg in Kahla (2:1) konnte aber die Mängel aus dem Auftaktspiel nicht übertünchen. Um so überraschender der klare folgende Heimsieg gegen Ilmenau (5:1), in dem die Mannschaft den begeisterten Fußball zeigte, den die Fans nach dem 3. Platz aus dem Vorjahr erwarteten. Doch es folgte gleich der Rückfall in den "Halbgas - Modus" bei Jena-Zwätzen (1:2). Die beiden Siege gegen Schott Jena (3:0) und bei Bad Blankenburg (1:3) waren wichtig für die Tabelle, brachten jedoch nicht den Impuls für die Lockerheit und das Spielverständnis.

Das merkte die Mannschaft, die es dann mit zwei Aufsteigern nacheinander zu tun bekam. Gegen den furios in die Liga gestarteten FC Thüringen Weida setzte es eine klare 0:4 Peite, auch in Saalfeld zwei Tage später (1:2) musste man sich einer besseren Mannschaft beugen. Trainer Heiko Becker redete viel, er probierte neue Varianten, gebracht hatte das aber nichts, denn das folgende 1: 1 gegen Greiz schien die Abwärtsspirale weiter zu drehen. Ohne Punkte kehrte man auch aus Arnstadt (1:2) wieder heim, mehr als ärgerlich, denn man spielte eine Halbzeit in Überzahl und bezog den K.O. in der Nachspielzeit. Mehr Arbeiten als Spielen waren die Begegnungen in Zeulenroda (0:1) und gegen Silbitz/Crossen (1:1), in dem man zwar das Wollen sah, aber nicht den unbedingten Willen. Das sollte sich mit den anstehenden beiden Kreisderbys schlagartig ändern. Der Neuling FSV Schleiz hoffte auf einen angeschlagenen VfR und bekam mit endlich zu Ende gespielten Kontern die eigentliche Spielstärke der Koseltaler geboten. Diesem 3:1 am
Fasanengarten ließ die Mannschaft ein noch klareres 6:0 gegen Neustadt folgen, auch weil jeder Spieler in diesen Derbys für den anderen da war. Das abschließende 0:0 beim Kellerkind Stadtilm bestätigte aber zum Hinrundenfinale nur die Hoch- und Tiefs des Halbjahres.


Rückrunde:

Zunächst kam die Mannschaft wieder nur schwer aus ihren Startlöchern. Trotz Führung in Stadtroda schenkte man ein besseres Ergebnis mit eklatanten Fehlern wieder her. Das 1:5 liest sich nicht nur bitter, es war es auch von der Einstellung her nach dem Rückstand. Wie schon in der Hinrunde gab es gegen Kahla einen Zittersieg (2:1). Die abhanden gekommene Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor zeigte sich in Ilmenau beim 0:1. Diese kam aber langsam zurück, denn gegen Jena-Zwätzen (2:0) konnte der Spieß umgedreht werden und bei Schott Jena II reichte Tempo in der 2. Halbzeit (4:1). Eine Nullnummer hatte der VfR aber für sein Heimpublikum noch auf Lager. Einbahnstraßen-Fußball gegen Bad Blankenburg brachte aber nicht das erlösende Tor. Mittlerweile hatte sich Weida an der Tabellenspitze eingerichtet und strebte den nächsten Aufstieg an. Der VfR konnte daran nichts ändern (1:3), wobei dieses Spiel zu den Gutklassigen gezählt werden muss. Am folgenden 23. Spieltag gab es dann die letzten Punktverluste für die Koseltaler beim 1:1 gegen Saalfeld. Auch diese Partie hatte Rasse, beide hätten gewinnen können, das Remis war somit verdient.

Ende April begann dann die "VfR - Frühjahrsoffensive" mit dem 4:1 in Greiz, einem glatten 6:2 gegen Arnstadt, einem 3:0 gegen Zeulenroda und einem 5:1 in Silbitz. Große Kulisse auch beim "Oberland-Derby" gegen Schleiz, die einen ungefährdetes 4:2 sahen. In Neustadt reichte dann ein Tor zum Sieg, um im letzten Saisonspiel das "Finale furioso" im Koseltal abzubrennen. Auch hier liesen sich die Spieler Zeit für die zweite Halbzeit, um die dann chancenlosen Stadtilmer mit 6:0 abzufertigen. Der letzte Treffer fiel dann auch in der letzten Spielminute, Sebastian Mai konnte mit seinem 32. Treffer den bis dahin führenden
Ilmenauer Marc Fernando auf der Ziellinie überholen.

Statistik:

Mannschaft:

Der VfR Bad Lobenstein beendete die Saison mit 53 Punkten aus 30 Spielen (Vorjahr 58 Punkte) und einem Torverhältnis von 67:37 (Vorjahr: 74:36) auf Platz 4 (Vorjahr: Platz 3). Dabei war die Rückrunde (32 Punkte) zur Hinrunde (21 Punkte) wieder die erfolgreichere Serie.

In den Heimspielen holte man bei 15 Auftritten 31 Punkte (Vorjahr 33), auswärts waren es 22 Punkte (Vorjahr 25). Die volle Punktausbeute (6 Punkte) gab es gegen den FSV Schleiz, den SV Blau Weiß Neustadt, gegen Kahla und gegen Schott Jena II. Vier Punkte holte man gegen Greiz, Stadtilm, Bad Blankenburg und Silbitz / Crossen. Einen einzigen Zähler gab es gegen Saalfeld, ganz ohne Punkte blieben die Spiele gegen Weida und Stadtroda.

Spielereinsätze:

Mit 29 (aus 30) Einsätzen führt Sebastian Mai die Einsatzstatistik an. Ihm folgen David Linke (28), Eugen Gergert (27), Janek Köcher (26) und Sebastian Tens (25). Mt 23 Spielen werden Martin Wirth, Oliver Hölzel, Hendrik Röppischer und Lukas Remmert geführt. Insgesamt trugen in der abgelaufenen Saison 29 Spieler das VfR Trikot (Vorjahr : 26) Aber auch hier trugen wieder Langzeitverletzungen (u.a. Marco Narr, Marcus Richter, Christoph Walther) zum Nachrücken anderer Spieler bei.

Torschützen:

Nicht nur innerhalb der Mannschaft der Beste, sondern auch der erfolgreichste Schütze der gesamten Staffel 1 war erneut Sebastian Mai. Mit 32 Treffern holte er wiederum die "Torkanone" ins Koseltal. Landesweit bedeutet sein Wert Platz 2 hinter Andre Gottschalk (SV Steinach), der es auf 34 Tore brachte. 18 mal traf sein Sturmkollege David Linke, Oliver Hölzel brachte es auf 6, Janek Köcher auf 4, Martin Wirth auf 3 Marco Narr auf 2 Tore. Sebastian Tens und Markus Baer trafen je einmal.

Sünder:

Leider muss man nach einem "Zwischen-Hoch" aus dem Vorjahr wieder ein Absacken in der Fair-Play-Wertung feststellen. Am Ende stehen 2 mal Rot (Vorjahr : 1) , 3 mal Gelb-Rot (Vorjahr: 2) und 58 gelbe Verwarungskarten (Vorjahr: 48) zu Buche. Viele dieser Karten wurden wegen Reklamierens bezogen, die nun wirklich niemand nützen.

Zuschauer:

Nicht nur beim VfR Bad Lobenstein ist man bei den Zuschauerzahlen unzufrieden. Die guten sportlichen Leistungen widerspiegeln sich nicht immer im Besuch, wobei das Thema Wetter eigentlich nur eine Alibi-Diskussion ist. Im Koseltal wurden in der abgelaufenen Saison 1.750 Zuschauer (Schnitt : 116) gezählt. (Vorjahr 2.174 /Schnitt 145). Die höchste Resonanz hatte das Oberland-Derby gegen Schleiz mit 300 Zuschauern, nur 57 Fans sahen sich die Begegnung gegen Silbitz/Crossen auf dem Kunstrasen an. Zwar liegen die Koseltaler damit noch über den Liga-Schnitt von durchschnittlich 97 Zuschauern, doch auch hier gilt es Ideen zu entwickeln, diesem Abwärtstrend aufzuhalten. In der Zuschauerstatistik führt der FSV Schleiz mit 1.948 Zuschauern, die wenigsten Gäste konnte
Absteiger Schott Jena II mit 474 zählen, wobei ein Punktspiel mit ganzen 5 Gästen über die Bühne ging.

Ausblick:

Der VfR Bad Lobenstein wird am 10. Juli wieder mit der Vorbereitung beginnen. Personell wird sich kaum etwas ändern, denn die Leistungsträger bleiben den Verein erhalten. Neu hinzu kommen die ehemaligen A-Junioren-Spieler Daniel Dittmar und Hannes Heymer, auch mit dem Abklingen der Verletztenliste kommt mehr Gestaltungsmöglichkeit für Trainer Heiko Becker dazu. In dem kurzen und straffen Vorbereitungsprogramm gibt es drei Spiele gegen höherklassige Teams, darunter gegen die Oberligisten BSG Wismut Gera (15.07. in Remptendorf) und den VFC Plauen (19.07.)



bsn
Bernd Schneider